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Muslimisches Bildungswerk für Demokratie e. V.
Jung, Demokratisch, Aktiv

Antisemitismus aus muslimischer Perspektive

In Deutschland gilt die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus als Kern der politischen Kultur. In der Schule lernen alle, was geschehen ist. Getragen wird diese Erinnerung aber nicht von allen auf die gleiche Weise. Viele Deutsche ohne Migrationsgeschichte haben über Eltern und Großeltern einen familiären Bezug zur NS-Zeit. In migrantischen Familien fehlt dieser Bezug oft, und der Nationalsozialismus bekommt dort eine andere Bedeutung.

Unsere Veranstaltung „Antisemitismus aus muslimischer Perspektive“ ist dieser Spannung nachgegangen. Welche Rolle spielt der Faschismus in den Erinnerungen migrantischer und muslimischer Communities? Und wie kann eine migrantische Erinnerungskultur entstehen, die die Geschichte ernst nimmt und zugleich die eigenen Erfahrungen einbezieht?

Was wir gemeinsam diskutiert haben

Ein Ausgangspunkt war die Frage, wie Musliminnen und Muslime selbst auf die Debatte über Antisemitismus in Deutschland blicken, in der sie häufig vor allem als Teil des Problems wahrgenommen werden. Daran schloss sich die Diskussion über das Schlagwort vom „importierten Antisemitismus“ an: Was ist damit gemeint, und wie tragfähig ist diese Beschreibung?

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Geschichte. Auf welchen historischen Grundlagen ist Judenfeindschaft entstanden, und wie hat sie sich über die Jahrhunderte verändert? Schließlich haben wir eine Frage aufgegriffen, die in muslimischen Communities ebenso gestellt wird wie von außen: Lässt sich aus dem Koran eine grundsätzliche Feindschaft gegenüber Jüdinnen und Juden ableiten?

Warum uns dieses Thema wichtig ist

Als Träger der politischen Bildung mit muslimischem Selbstverständnis wollen wir Verantwortung übernehmen. Antisemitismus muss klar benannt werden, auch in den eigenen Communities. Zugleich braucht es Räume, in denen junge Musliminnen und Muslime solche Fragen ehrlich stellen und ohne Pauschalurteile diskutieren können. Genau diese Räume wollen wir schaffen, und diese Veranstaltung war dafür ein wichtiger Baustein.

Die Veranstaltung fand im Rahmen des Projekts „Jung, Demokratisch, Aktiv“ statt, das vom Thüringer Ministerium für Soziales, Gesundheit, Arbeit und Familie im Rahmen des Landesprogramms „Denk Bunt“ gefördert wird.

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